ELSTER erklärt: Die offizielle Steuersoftware und ihre Alternativen
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ELSTER ist die kostenlose offizielle Software vom Finanzamt für die Steuererklärung. Aber ist sie die beste Wahl? Dieser Vergleich zeigt ELSTER, kommerzielle Software und Online-Lösungen - mit Vor- und Nachteilen für jeden Nutzertyp.
## Was ist ELSTER? ELSTER (Elektronische Steuererklärung) ist das offizielle Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung, über das Sie Ihre Steuererklärungen elektronisch einreichen. Seit 2011 ist die elektronische Abgabe für Unternehmer Pflicht, seit einigen Jahren gilt dies auch für die meisten Privatpersonen. Das Portal erreichen Sie unter elster.de und es bietet neben der Steuererklärung auch den Abruf von Steuerbescheiden, die Umsatzsteuer-Voranmeldung und diverse weitere steuerliche Formulare. Die Registrierung bei ELSTER erfordert etwas Geduld. Sie geben Ihre persönlichen Daten und Steuernummer ein und erhalten dann per Post einen Aktivierungscode — dieser Brief braucht etwa 10 bis 14 Tage. Erst mit diesem Code können Sie Ihr Benutzerkonto aktivieren und die Zertifikatsdatei herunterladen, die als elektronische Unterschrift dient. Planen Sie also mindestens zwei bis drei Wochen Vorlauf ein, bevor Sie Ihre erste Steuererklärung über ELSTER einreichen wollen. Die ELSTER-Zertifikatsdatei wird auf Ihrem Computer gespeichert und mit einem Passwort geschützt. Bewahren Sie sowohl die Datei als auch das Passwort sicher auf — bei Verlust müssen Sie den gesamten Registrierungsprozess erneut durchlaufen. Alternativ bietet ELSTER seit einiger Zeit auch einen Personalausweis-basierten Login (mit Online-Ausweisfunktion) und eine ELSTER-ID über das Smartphone. ## Steuererklärung mit ELSTER abgeben Die Eingabe der Steuererklärung erfolgt über die Weboberfläche "Mein ELSTER" direkt im Browser. Die Formulare entsprechen exakt den amtlichen Papierformularen — allerdings mit dem Vorteil automatischer Plausibilitätsprüfungen und vorausgefüllter Daten. Über den Service "vorausgefüllte Steuererklärung" (VaSt) können Sie Daten abrufen, die dem Finanzamt bereits vorliegen: Lohnsteuerbescheinigung, Rentenbezüge, Krankenversicherungsbeiträge und Kapitalerträge. Diese Daten werden automatisch in die richtigen Felder eingetragen und sparen erheblichen Eingabeaufwand. Die Bedienbarkeit von ELSTER ist funktional, aber nicht besonders nutzerfreundlich. Die Formulare sind nicht erklärt, es gibt keine Hilfetexte oder Optimierungsvorschläge, und die Navigation zwischen den verschiedenen Anlagen ist umständlich. Für steuertechnisch versierte Nutzer oder für einfache Steuerfälle (Arbeitnehmer ohne besondere Verhältnisse) ist ELSTER völlig ausreichend. Für komplexere Situationen oder wenn Sie Steuerspartipps und Erklärungen benötigen, sind kommerzielle Alternativen deutlich hilfreicher. ## Kommerzielle Alternativen zu ELSTER WISO Steuer ist die meistverkaufte Steuersoftware in Deutschland. Sie führt Sie mit verständlichen Fragen durch die Steuererklärung, gibt aktive Hinweise auf Sparpotenziale und prüft automatisch, ob sich bestimmte Angaben für Sie lohnen. Die Software gibt es als Desktop-Version (etwa 30 Euro) und als Web-Version (etwa 35 Euro pro Jahr). Alle Daten werden am Ende über die ELSTER-Schnittstelle ans Finanzamt übermittelt — Sie brauchen also trotzdem eine ELSTER-Registrierung. SteuerSparErklärung von Akademische Arbeitsgemeinschaft ist eine ähnlich umfassende Alternative mit besonders guter Erklärung steuerlicher Sachverhalte. Smartsteuer ist eine reine Webanwendung (keine Installation nötig) und punktet mit besonders einfacher Bedienung — ideal für Steuererklarungs-Anfänger. Taxfix ist eine App-basierte Lösung, die die Steuererklärung komplett auf dem Smartphone ermöglicht, allerdings nur für einfachere Steuerfälle geeignet ist und pro Abgabe 40 Euro kostet. Alle kommerziellen Programme nutzen im Hintergrund die ELSTER-Schnittstelle für die Übermittlung. Der Unterschied liegt in der Benutzerführung, den Erklärungen und den Optimierungshinweisen. Für die meisten Nutzer amortisiert sich die Investition von 30 bis 40 Euro bereits durch die besseren Steuertipps, die sie ohne Software übersehen hätten. ## ELSTER für Unternehmer Für Selbständige und Gewerbetreibende ist ELSTER nicht optional, sondern Pflicht. Folgende Formulare müssen zwingend elektronisch übermittelt werden: die Einkommensteuererklärung mit Anlage S oder G, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EUER), die Umsatzsteuer-Voranmeldung (monatlich oder vierteljahrig), die jährliche Umsatzsteuererklärung und die Gewerbesteuererklärung. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist für viele Unternehmer der häufigste Kontakt mit ELSTER — sie muss in den ersten zwei Geschäftsjahren monatlich bis zum 10. des Folgemonats abgegeben werden. In der Voranmeldung berechnen Sie die Differenz zwischen vereinnahmter Umsatzsteuer und gezahlter Vorsteuer. Der sich ergebende Betrag wird ans Finanzamt überwiesen oder — bei Vorsteuerüberhang — erstattet. Buchhaltungssoftware wie lexoffice, sevdesk oder DATEV können die Umsatzsteuer-Voranmeldung direkt aus Ihren Buchungsdaten generieren und per ELSTER-Schnittstelle übermitteln. Das spart die manülle Eingabe und minimiert Fehler. Wenn Sie ohnehin eine Buchhaltungssoftware nutzen, sollten Sie diese Funktion unbedingt aktivieren. ## Tipps für
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