Gehaltsverhandlung: Mehr Geld im Job durchsetzen
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Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie sich optimal auf eine Gehaltsverhandlung vorbereiten, wann der beste Zeitpunkt ist und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Strategien und Taktiken für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen - vom richtigen Zeitpunkt bis zur konkreten Formulierung.
## Warum Gehaltsverhandlungen entscheidend sind Eine einzige erfolgreiche Verhandlung über 5.000 Euro mehr Jahresgehalt bringt Ihnen über ein Berufsleben von 40 Jahren über 200.000 Euro Mehrverdienst — und das ohne Berücksichtigung zukünftiger Gehaltserhöungen, die auf dem höheren Basisgehalt aufbaün. Trotzdem scheuen die meisten Arbeitnehmer das Gespräch oder führen es schlecht vorbereitet. Die Angst vor einer Ablehnung oder einem Konflikt mit dem Vorgesetzten überwiegt den potenziellen finanziellen Gewinn. Dabei sind Gehaltsverhandlungen ein völlig normaler Bestandteil des Berufslebens, den Vorgesetzte erwarten und respektieren — vorausgesetzt, Sie gehen professionell und gut vorbereitet ins Gespräch. ## Den richtigen Zeitpunkt wählen Timing ist ein erheblicher Erfolgsfaktor. Die besten Zeitpunkte für eine Gehaltsverhandlung sind: nach einem nachweisbar erfolgreichen Projekt, bei einer Erweiterung Ihres Verantwortungsbereichs, zum jährlichen Mitarbeitergespräch (aber bereiten Sie den Wunsch vorher an, nicht überraschend im Gespräch), nach der Probezeit, oder wenn Sie ein konkretes Gegenangebot eines anderen Arbeitgebers haben. Schlechte Zeitpunkte sind: inmitten einer Unternehmenskrise, kurz nach einer eigenen Fehlleistung, oder wenn Ihr Vorgesetzter offensichtlich unter Druck steht. Kündigen Sie das Gespräch im Voraus an — bitten Sie Ihren Vorgesetzten um einen separaten Termin "um über Ihre Entwicklung und Vergütung zu sprechen". So hat Ihr Gegenüber die Möglichkeit, sich ebenfalls vorzubereiten, und Sie vermeiden, dass das Thema zwischen Tür und Angel oder in einem ohnehin vollen Regeltermin untergeht. ## Ihren Marktwert ermitteln Bevor Sie eine Zahl nennen, müssen Sie wissen, was Ihre Position, Ihre Erfahrung und Ihre Qualifikation auf dem aktüllen Arbeitsmarkt wert sind. Recherchieren Sie in Gehaltsportalen wie Glassdoor, Kununu, Stepstone-Gehaltsreport und dem Entgeltatlas der Arbeitsagentur. Sprechen Sie (diskret) mit Branchenkollegen über Gehälter und achten Sie bei Stellenanzeigen auf angegebene Gehaltsspannen. Berücksichtigen Sie regionale Unterschiede — dasselbe Profil wird in München deutlich besser bezahlt als in einer Kleinstadt, aber die Lebenshaltungskosten sind auch entsprechend höher. Ihr Zielgehalt sollte am oberen Ende der realistischen Spanne liegen, aber noch im Bereich des Vertretbaren. Nennen Sie immer eine konkrete Zahl (nicht eine Spanne — wenn Sie "50.000 bis 55.000" sagen, hört Ihr Vorgesetzter nur die 50.000) und legen Sie Ihre Zielzahl etwa 10 bis 15 Prozent über dem Punkt, mit dem Sie zufrieden wären. So haben Sie Verhandlungsspielraum nach unten und landen trotzdem in einem für Sie akzeptablen Bereich. ## Im Gespräch überzeugen Argumentieren Sie nicht mit Ihren persönlichen Bedürfnissen ("Meine Miete ist gestiegen", "Ich brauche mehr Geld für..."), sondern ausschließlich mit Ihrem Wert für das Unternehmen. Konkret bedeutet das: Belegen Sie, welche messbaren Ergebnisse Sie erzielt haben, welche Verantwortung Sie tragen, welche zusätzlichen Aufgaben Sie übernommen haben und wie sich Ihre Kompetenzen seit der letzten Gehalsfestlegung weiterentwickelt haben. Bereiten Sie drei bis fünf konkrete Erfolge vor, die Sie mit Zahlen belegen können: "Ich habe Projekt X drei Wochen vor Deadline abgeschlossen und damit 40.000 Euro Vertragsstrafe vermieden", "Mein Team hat den Umsatz im letzten Quartal um 12 Prozent gesteigert", "Ich habe den Onboarding-Prozess redesigned und die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeiter von acht auf fünf Wochen reduziert." Solche konkreten Belege machen es Ihrem Vorgesetzten leicht, die Erhöhung intern zu rechtfertigen. ## Mit Ablehnung umgehen Nicht jede Verhandlung führt sofort zum Erfolg — und das ist kein Scheitern. Wenn Ihr Vorgesetzter ablehnt, fragen Sie nach dem konkreten Grund: Liegt es am Budget? An Ihrer Leistung? An internen Gehaltsbändern? Je nach Grund können Sie unterschiedlich reagieren: Bei Budgetproblemen fragen Sie nach dem nächstmöglichen Zeitpunkt und lassen sich eine schriftliche Zusage geben. Bei Leistungsargumenten fragen Sie nach konkreten Kriterien, die erfüllt sein müssen. Bei strukturellen Grenzen erkunden Sie Alternativen zum Gehalt: mehr Urlaubstage, Homeoffice-Tage, Weiterbildungsbudget, ein Dienstwagen oder eine Bonusvereinbarung. Reagieren Sie niemals emotional oder drohend — auch nicht mit der Andeutung eines Jobwechsels, es sei denn, Sie haben tatsächlich ein konkretes Angebot und sind bereit, es anzunehmen. Eine sachliche, professionelle Haltung wahrt die Beziehung und öffnet die Tür für künftige Gespräche.
Themen: Privat, Gehalt, Verhandlung, Karriere, Einkommen