GmbH vs UG: Welche Rechtsform ist besser für Sie?

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Detaillierter Vergleich zwischen GmbH und UG mit allen Vor- und Nachteilen, Kostenrechnung und Entscheidungshilfe.

## Die Grundfrage: Haftungsbeschränkung oder nicht Die Entscheidung zwischen GmbH und UG (haftungsbeschränkt) ist für viele Gründer die erste große strategische Weichenstellung. Beide Rechtsformen sind Kapitalgesellschaften, beide bieten Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, und beide unterliegen denselben steuerlichen Regeln (Körperschaftsteuer plus Gewerbesteuer). Der Unterschied liegt im Wesentlichen im erforderlichen Stammkapital, in der Außenwirkung und in bestimmten gesetzlichen Pflichten bei der Gewinnverwendung. Die GmbH erfordert ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro, von dem bei Gründung mindestens 12.500 Euro eingezahlt sein müssen. Die UG kann theoretisch mit nur einem Euro Stammkapital gegründet werden, muss aber ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen, bis das Stammkapital 25.000 Euro erreicht — erst dann kann sie in eine reguläre GmbH umfirmiert werden. Die UG wurde 2008 als „Mini-GmbH" eingeführt, um Gründern mit wenig Startkapital den Zugang zur Haftungsbeschränkung zu ermöglichen. ## Vor- und Nachteile der UG Der offensichtliche Vorteil der UG ist die niedrige Kapitalschwelle: Sie können sofort gründen, ohne 25.000 Euro aufbringen zu müssen. Das macht die UG besonders attraktiv für Dienstleistungsgründungen, bei denen kein großes Startkapital benötigt wird, oder für Gründer, die ihre Ersparnisse nicht in das Stammkapital binden möchten. Die Nachteile wiegen allerdings schwerer als viele denken. Das Signal nach außen ist eindeutig: „Dieser Unternehmer hat weniger als 25.000 Euro in sein Unternehmen investiert." Banken, Geschäftspartner und Lieferanten wissen das und reagieren entsprechend — mit strengeren Zahlungsbedingungen, höheren Sicherheitsanforderungen oder schlicht mit Vorbehalten. Die Thesaurierungspflicht (25 Prozent des Gewinns müssen als Rücklage einbehalten werden) beschränkt zudem Ihre Ausschüttungsmöglichkeiten in den ersten Jahren erheblich. ## Wann die GmbH die bessere Wahl ist Die GmbH ist die richtige Wahl, wenn Sie das Stammkapital aufbringen können, wenn Sie mit Geschäftskunden (B2B) arbeiten, die auf Bonität und Seriosität achten, wenn Sie Bankfinanzierungen benötigen, wenn Sie mittelfristig Mitarbeiter einstellen und wachsen möchten, oder wenn Sie Investoren ansprechen wollen. Das Stammkapital ist kein verlorenes Geld — es gehört der Gesellschaft und kann für Geschäftszwecke verwendet werden (Miete zahlen, Ausstattung kaufen, Gehälter überweisen). In der Praxis ist die GmbH die am häufigsten gewählte Kapitalgesellschaftsform in Deutschland — über eine Million GmbHs stehen etwa 200.000 UGs gegenüber. Der Grund: Die Vorteile der niedrigeren Kapitalschwelle bei der UG werden oft durch die Nachteile in der Außenwirkung und die Thesaurierungspflicht aufgewogen. ## Wann die UG ausreicht Die UG ist sinnvoll als Testballon: Sie möchten eine Geschäftsidee mit Haftungsbeschränkung ausprobieren, ohne direkt 25.000 Euro zu binden. Wenn die Idee funktioniert und Gewinne erwirtschaftet, wächst die UG durch die Rücklagenbildung automatisch Richtung GmbH-Stammkapital. Die UG eignet sich auch für Holdingstrukturen, bei denen die Holdinggesellschaft keine operative Tätigkeit ausübt und kaum Außenwirkung benötigt. Für reine Online-Geschäfte ohne persönlichen Kundenkontakt, für Vermögensverwaltungsgesellschaften und für Nebenprojekte, bei denen die Außenwirkung zweitrangig ist, kann die UG eine pragmatische Lösung sein. Sobald aber regelmäßiger Geschäftskontakt mit Lieferanten, Banken oder größeren Kunden ansteht, sollten Sie den Schritt zur vollen GmbH-Ausstattung nicht hinauszögern. ## Gründungskosten im Vergleich Die Gründungskosten einer GmbH liegen bei 800 bis 2.500 Euro (Notar, Handelsregister, Gewerbeanmeldung, IHK) zuzüglich des Stammkapitals von 25.000 Euro. Eine UG kostet bei Verwendung des Musterprotokolls nur 300 bis 500 Euro plus das gewählte Stammkapital. Die Einsparung bei der Gründung ist also real — aber bedenken Sie, dass die laufenden Kosten (Buchführung, Jahresabschluss, Veröffentlichung, Steuerberatung) bei beiden Formen identisch sind. Die jährlichen Verwaltungskosten einer Kapitalgesellschaft liegen bei 3.000 bis 8.000 Euro — egal ob GmbH oder UG.

Themen: GmbH, UG, Rechtsform, Vergleich