Gewerbestandort errichten - Alle Vorschriften

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Was Sie bei Brandschutz, Hygiene, Bau und mehr beachten müssen

## Was ist bei der Wahl eines Gewerbestandorts zu beachten? Die Wahl des richtigen Gewerbestandorts ist eine der folgenreichsten Entscheidungen bei der Unternehmensgründung. Ein ungeeigneter Standort lässt sich nicht einfach korrigieren — langfristige Mietverträge, Umzugskosten und der Verlust eingearbeiteter Mitarbeiter machen einen Standortwechsel teuer und aufwendig. Nehmen Sie sich daher genügend Zeit für die Standortanalyse, bevor Sie einen Mietvertrag unterschreiben. Die Anforderungen an einen Gewerbestandort hängen stark von Ihrer Branche und Ihrem Geschäftsmodell ab. Ein Einzelhändler braucht Laufkundschaft und gute Sichtbarkeit, ein Handwerker braucht eine Werkstatt mit ausreichend Stellfläche und guter Verkehrsanbindung, ein Berater braucht repräsentative Räume für Kundentermine, und ein Online-Händler braucht vor allem günstigen Lagerraum mit guter Logistikanbindung. Definieren Sie zunächst Ihre konkreten Anforderungen, bevor Sie mit der Suche beginnen. ## Rechtliche Vorschriften für Gewerberäume Nicht jede Immobilie darf gewerblich genutzt werden. Die zulässige Nutzung wird durch den Bebauungsplan der Gemeinde bestimmt. In reinen Wohngebieten ist gewerbliche Nutzung grundsätzlich untersagt, in Mischgebieten sind nicht störende Gewerbebetriebe zulässig, und in Gewerbegebieten sind die meisten gewerblichen Tätigkeiten erlaubt. Produzierendes Gewerbe mit Lärm- oder Geruchsemissionen ist oft nur in ausgewiesenen Industriegebieten zugelassen. Prüfen Sie vor Abschluss eines Mietvertrags immer, ob die geplante Nutzung baurechtlich zulässig ist. Ein Blick in den Bebauungsplan (einzusehen beim Bauamt der Gemeinde) und eine kurze Rückfrage beim Ordnungsamt schützen Sie vor bösen Überraschungen. Wenn Sie einen Ladenlokal in eine Gaststatte umwandeln oder eine Werkstatt in einem Mischgebiet betreiben möchten, kann eine Nutzungsänderungsgenehmigung erforderlich sein — die nicht immer erteilt wird. Für bestimmte Gewerbe gelten zusätzliche Auflagen. Gaststaatten brauchen eine Schankerlaubnis und müssen Hygienevorschriften, Lärmschutz und Brandschutz einhalten. Handwerksbetriebe mit Maschinenlärm müssen Immissionsschutzvorschriften beachten. Einzelhändler mit Verkaufsflächen über 800 Quadratmeter brauchen eine Sondergenehmigung. Und für alle Gewerberäume, die von Kunden oder Mitarbeitern betreten werden, gelten die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung bezüglich Raumhöhe, Beleuchtung, Belüftung und Sanitäranlagen. ## Der gewerbliche Mietvertrag Gewerbliche Mietverträge unterliegen nicht dem Wohnraummietrecht — es gibt keinen Kündigungsschutz, keine Mietpreisbremse und keine gesetzliche Beschränkung der Nebenkosten-Umlage. Das bedeutet: Sie müssen besonders sorgfältig verhandeln, denn alles, was nicht im Vertrag steht, gilt zu Ihrem Nachteil. Achten Sie auf folgende Punkte: Die Mietlaufzeit und Verlängerungsoptionen — üblich sind fünf bis zehn Jahre Mindestlaufzeit mit Option auf Verlängerung. Kürzere Laufzeiten geben Ihnen Flexibilität, längere Laufzeiten schützen vor Kündigung und Mietsteigerungen. Die Nebenkostenregelung — anders als im Wohnraum können im Gewerbe nahezu alle Kosten auf den Mieter umgelegt werden, einschließlich Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklagen. Die Staffelmiete oder Indexmiete — viele Vermieter vereinbaren automatische Mieterhohungen, die Sie einkalkulieren müssen. Besonders wichtig: Klären Sie eindeutig, welche baulichen Veränderungen Sie vornehmen dürfen und wer die Kosten bei Auszug trägt. Gewerbliche Mieter müssen häufig eine sogenannte Rückbauverpflichtung erfüllen — also die Räume bei Mietende in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Das kann bei umfangreichen Umbauten zehntausende Euro kosten. ## Standortfaktoren bewerten Für die systematische Standortbewertung unterteilen Sie die relevanten Faktoren in harte und weiche Standortfaktoren. Harte Faktoren sind objektiv messbar: Mietpreis pro Quadratmeter, Verkehrsanbindung (Autobahn, ÖPNV, Parkplätze), Entfernung zu Kunden und Lieferanten, verfügbare Fläche und Erweiterungsmöglichkeiten, Breitband-Internetversorgung und Gewerbesteuer-Hebesatz der Gemeinde. Weiche Faktoren sind schwerer zu quantifizieren, aber nicht weniger wichtig: Standortimage und Adresswirkung, Nähe zu qualifizierten Arbeitskräften (Universitäten, Fachschulen), Branchencluster und Netzwerkmöglichkeiten, Lebensqualität der Region für Mitarbeiter und persönliche Präferenzen. Der Gewerbesteuer-Hebesatz verdient besondere Aufmerksamkeit. Die Gewerbesteuer variiert erheblich zwischen Gemeinden — von unter 200 Prozent in einigen ländlichen Gemeinden bis über 500 Prozent in Großstädten wie Frankfurt. Bei einem Gewerbeertrag von 100.000 Euro kann der Unterschied zwischen einem günstigen und einem teuren Standort mehrere tausend Euro pro Jahr betragen. Allerdings sollte der Hebesatz nie das allein entscheidende Kriterium sein — ein günstiger Standort nützt wenig, wenn Sie keine Mitarbeiter finden oder Ihre Kunden nicht erreichen. ## Alternativen zu eigen

Themen: Gewerbe, Standort, Vorschriften, Brandschutz, Hygiene