Kredit-Grundlagen für Gründer
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Was Sie über Unternehmenskredite wissen müssen
## Welche Kreditarten gibt es für Gründer? Gründer haben grundsätzlich Zugang zu denselben Kreditformen wie etablierte Unternehmen — mit einem entscheidenden Unterschied: Ohne Geschäftshistorie, Bilanzen und nachgewiesene Umsätze ist es deutlich schwerer, eine Bank zu überzeugen. Gerade in der Gründungsphase, wenn das Risiko am höchsten ist, brauchen Sie das Kapital am dringendsten — und genau dann sind Banken am zurückhaltendsten. Der klassische Bankkredit (Investitionskredit) finanziert konkrete Anschaffungen wie Maschinen, Fahrzeuge oder Geschäftsausstattung. Die Laufzeit richtet sich nach der Nutzungsdaür des Investitionsobjekts, typischerweise drei bis zehn Jahre. Die Zinsen liegen je nach Bonitat und Sicherheiten zwischen 3 und 10 Prozent. Die Bank verlangt in der Regel Sicherheiten — entweder das finanzierte Objekt selbst (Sicherungsübereignung) oder persönliche Bürgschaften und Immobilien. Der Betriebsmittelkredit (Kontokorrentkredit) ist ein flexibler Kreditrahmen auf Ihrem Geschäftskonto — vergleichbar mit dem Dispositionskredit für Privatpersonen. Sie können den Rahmen jederzeit in Anspruch nehmen und zurückzahlen, zahlen aber nur Zinsen auf den tatsächlich genutzten Betrag. Die Zinsen sind mit 7 bis 14 Prozent deutlich höher als bei Investitionskrediten. Betriebsmittelkredite eignen sich für kurzfristige Liquiditätsengpässe, nicht für langfristige Investitionen. ## Förderkredite der KfW Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet über ihre Durchleitungsbanken zinsgünstige Gründerkredite an, die deutlich unter den Marktkonditionen liegen. Das wichtigste Programm ist der ERP-Gründerkredit StartGeld: bis zu 125.000 Euro bei 80-prozentiger Haftungsfreistellung der Hausbank (die Bank trägt also nur 20 Prozent des Ausfallrisikos), was die Kreditvergabe erheblich erleichtert. Der ERP-Gründerkredit Universell bietet bis zu 25 Millionen Euro für grössere Vorhaben, allerdings ohne die großzügige Haftungsfreistellung des StartGeld. Für beide Programme gilt: Sie können nicht direkt bei der KfW beantragen, sondern müssen über Ihre Hausbank gehen. Die Hausbank reicht den Antrag bei der KfW ein und übernimmt die Kreditprüfung. Das bedeutet in der Praxis: Ihre Hausbank muss den Kredit befürworten — wenn sie Ihr Vorhaben als zu riskant einstuft, wird sie den Antrag nicht weiterleiten. Die Konditionen der KfW sind attraktiv: Zinssätze ab 1 bis 4 Prozent (abhängig von Bonitat und Besicherung), tilgungsfreie Anlaufjahre von ein bis zwei Jahren und Laufzeiten von fünf bis zwanzig Jahren. Beantragen Sie den KfW-Kredit immer vor Beginn Ihres Vorhabens — eine nachträgliche Finanzierung bereits getätigter Investitionen ist ausgeschlossen. ## Mikrokredite für kleine Vorhaben Für kleinere Finanzierungsbedarfe bis 25.000 Euro existiert das Mikrokreditprogramm des Bundes, vergeben über akkreditierte Mikrofinanzinstitute. Die Anforderungen sind niedriger als bei normalen Bankkrediten — es genügen oft ein überzeugender Businessplan und eine Bürgschaft aus dem persönlichen Umfeld. Die Zinsen liegen allerdings bei etwa 7 bis 8 Prozent und damit über den KfW-Konditionen. Mikrokredite sind besonders geeignet für Gründer, die bei Banken keine Chance haben — etwa weil sie zu wenig Eigenkapital mitbringen, keine verwertbaren Sicherheiten haben oder einen negativen Schufa-Eintrag besitzen. Die Rückzahlung erfolgt in monatlichen Raten, und bei zuverlässiger Zahlung kann der Kreditrahmen schrittweise erhoht werden. ## Was Banken von Ihnen erwarten Banken vergeben Kredite nur, wenn sie davon überzeugt sind, dass Sie das Geld zurückzahlen können. Für Gründer ohne Geschäftshistorie bedeutet das: Sie müssen die Bank mit einem überzeugenden Businessplan, einer realistischen Finanzplanung und Ihrer persönlichen Qualifikation überzeugen. Der Businessplan sollte klar darlegen, was Sie vorhaben, warum es funktionieren wird und wie Sie das Geld verdienen werden. Die Finanzplanung muss einen Kapitalbedarsplan (wofür brauchen Sie das Geld?), eine Rentabilitätsvorschau (wie sehen Umsatz und Gewinn in den nächsten drei Jahren aus?) und einen Liquiditätsplan (können Sie die Raten aus dem laufenden Geschäft bedienen?) umfassen. Persönliche Sicherheiten erhöhen Ihre Chancen erheblich. Eigenkapital von mindestens 10 bis 20 Prozent der Investitionssumme zeigt der Bank, dass Sie selbst an Ihr Vorhaben glauben und eigenes Risiko tragen. Immobilienbesitz als Sicherheit, eine Lebensversicherung oder Bürgschaften Dritter senken das Risiko für die Bank und verbessern Ihre Konditionen. Ihre persönliche Bonitat spielt eine zentrale Rolle. Die Bank prüft Ihren Schufa-Score, Ihre bisherige Kredithistorie und Ihre persönlichen Finanzen. Negative Schufa-Einträge, bestehende hohe Verbindlichkeiten oder ungeordnete persönliche Finanzen sind häufige Ablehnungsgründe — bereinigen Sie diese Punkte vor dem Bankgespräch. ## Alternativen zum Bankkredit Wenn die Bank ablehnt oder Sie keine Schulden aufnehmen möchten, gibt es Alternativen: Bootstrapping (Finanzierung aus
Themen: Kredit, Grundlagen, Finanzierung, Bank