Crowdfunding und Crowdinvesting: Kapital von der Crowd

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Crowdfunding und Crowdinvesting erklärt: Von der Plattformwahl über die Kampagnenplanung bis zur erfolgreichen Finanzierung. Alles was Gründer wissen müssen.

## Was ist Crowdfunding? Crowdfunding bezeichnet die Finanzierung eines Projekts oder Unternehmens durch eine Vielzahl von Menschen, die jeweils kleinere Beträge beitragen. Statt einen einzelnen großen Investor zu überzeugen, gewinnen Sie hunderte oder tausende Unterstützer, die gemeinsam die benötigte Summe aufbringen. Das Internet hat dieses Prinzip erst möglich gemacht — Plattformen wie Startnext, Kickstarter oder Seedmatch bündeln Angebot und Nachfrage und wickeln die Zahlungen ab. Es gibt vier grundlegend verschiedene Formen des Crowdfunding, die sich in der Art der Gegenleistung unterscheiden. Beim Reward-based Crowdfunding erhalten Unterstützer eine nicht-finanzielle Gegenleistung — typischerweise das Produkt selbst, oft zu einem Frühbucher-Rabatt oder in einer limitierten Version. Beim Crowdinvesting erhalten Investoren eine finanzielle Beteiligung am Unternehmen, meist in Form von Nachrangdarlehen mit Erfolgsbeteiligung. Beim Crowdlending vergeben viele Privatpersonen gemeinsam einen Kredit an ein Unternehmen und erhalten Zinsen. Und beim Donation-based Crowdfunding spenden Unterstützer ohne materielle Gegenleistung — das ist primär für soziale und kreative Projekte relevant. ## Reward-based Crowdfunding für Produktentwicklung Das Reward-based Crowdfunding ist besonders geeignet, wenn Sie ein physisches Produkt entwickeln und die erste Produktionscharge vorfinanzieren müssen. Die bekanntesten Plattformen sind Kickstarter (international, englischsprachig) und Startnext (deutsch, Fokus auf kreative und nachhaltige Projekte). Sie präsentieren Ihr Produkt auf der Plattform, setzen ein Finanzierungsziel und eine Laufzeit (typischerweise 30 bis 60 Tage) und bieten verschiedene Unterstützungsstufen (Pledges) mit entsprechenden Gegenleistungen an. Der große Vorteil: Sie validieren Ihre Produktidee vor der eigentlichen Produktion. Wenn genug Menschen bereit sind, für ein noch nicht existierendes Produkt zu zahlen, wissen Sie, dass ein Markt existiert. Erreichen Sie Ihr Finanzierungsziel nicht, wird kein Geld eingezogen — Sie gehen also kein finanzielles Risiko ein (bei Alles-oder-Nichts-Modellen). Gleichzeitig baün Sie eine Community frühzeitiger Kunden auf, die als Multiplikatoren wirken. Die Herausforderung liegt im Marketing. Ein Crowdfunding-Projekt vermarktet sich nicht von selbst — Sie müssen vor dem Launch eine E-Mail-Liste aufbaün, Presse-Kontakte herstellen und eine Social-Media-Präsenz schaffen. Erfolgreiche Kampagnen erreichen 30 bis 50 Prozent ihres Finanzierungsziels in den ersten 48 Stunden — hauptsächlich durch das eigene Netzwerk. Erst danach greift der Plattform-Algorithmus und bringt organischen Traffic. Die Plattform erhebt eine Provision von typischerweise 5 bis 10 Prozent der eingesammelten Summe plus Zahlungsgebühren. Rechnen Sie bei der Kalkulation Ihrer Pledge-Preise großzügig: Produktion, Versand, Plattformgebühren, Steuern und ein Puffer für Unvorhergesehenes müssen abgedeckt sein. ## Crowdinvesting für Startups Crowdinvesting ermöglicht Startups und Wachstumsunternehmen, Kapital von vielen kleinen Investoren einzusammeln — typischerweise in Tranchen von 100 bis 10.000 Euro pro Investor. Plattformen wie Seedmatch, Companisto und Kapilendo vermitteln zwischen Unternehmen und Investoren und wickeln den rechtlichen und technischen Prozess ab. Die gängigste rechtliche Konstruktion ist das Nachrangdarlehen mit Erfolgsbeteiligung (auch partiarisches Nachrangdarlehen). Der Investor gibt dem Unternehmen ein Darlehen, das im Insolvenzfall nachrangig behandelt wird — also erst nach allen anderen Gläubigern bedient wird. Im Erfolgsfall erhält der Investor zusätzlich zum Basiszins eine Beteiligung am Gewinn oder am Exit-Erlös. Echte Gesellschafteranteile werden beim Crowdinvesting selten vergeben, da dies bei hunderten Investoren organisatorisch kaum handhabbar wäre. Für Unternehmen hat Crowdinvesting den Vorteil, dass keine Unternehmensanteile abgegeben werden und die Investoren kein Stimmrecht haben. Die Finanzierungssummen liegen typischerweise zwischen 100.000 und 2,5 Millionen Euro. Der Nachteil: Die Plattformgebühren sind hoch (5 bis 15 Prozent der eingesammelten Summe), und die Anforderungen an Transparenz und Reporting sind erheblich. Für Investoren ist Crowdinvesting eine hochriskante Anlageform. Ein Totalverlust ist jederzeit möglich, da die meisten Startups scheitern und Nachrangdarlehen im Insolvenzfall wertlos sind. Die gesetzliche Informationspflicht schreibt ab einer Anlagesumme von 1.000 Euro eine Selbstauskunft und ab 10.000 Euro einen Vermögensnachweis vor (Vermögenanlageninformationsblatt nach VermAnlG). ## Crowdlending als Kreditersatz Crowdlending — auch P2P-Lending genannt — ist im Kern ein normaler Kredit, der nicht von einer Bank, sondern von vielen Privatpersonen gemeinsam vergeben wird. Plattformen wie auxmoney, Funding Circle oder October vermitteln zwischen kreditnehmenden Unternehmen und privaten Kreditgebern. Der Vorteil für Unternehmen: Die Anforderungen sind oft

Themen: Crowdfunding, Crowdinvesting, Startup, Finanzierung, Kampagne