ETF-Sparplan einrichten: Vermögensaufbau für Einsteiger

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ETF-Sparplan einrichten: Die komplette Anleitung für Einsteiger. Von der Depot-Eröffnung über die ETF-Auswahl bis zur langfristigen Strategie.

## Was ein ETF-Sparplan ist Ein ETF-Sparplan ist eine automatisierte Anlage, bei der Sie regelmäßig einen festen Betrag in einen börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Fund) investieren — typischerweise monatlich ab 25 oder 50 Euro. Der ETF bildet einen Aktienindex wie den MSCI World (circa 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern) oder den FTSE All-World (über 4.000 Unternehmen weltweit) möglichst exakt nach. Sie kaufen damit mit einem einzigen Wertpapier Anteile an hunderten oder tausenden Unternehmen gleichzeitig — eine Diversifikation, die mit Einzelaktien für Privatanleger kaum erreichbar wäre. Der entscheidende Vorteil gegenüber aktiv gemanagten Fonds liegt in den Kosten: ETFs haben jährliche Verwaltungsgebühren (TER) von typischerweise 0,1 bis 0,3 Prozent, während aktiv gemanagte Fonds ein bis zwei Prozent oder mehr kosten. Dieser scheinbar kleine Unterschied summiert sich über Jahrzehnte zu zehntausenden Euro Differenz. Zudem schlagen die meisten aktiven Fondsmanager ihren Vergleichsindex langfristig nicht — Sie zahlen also mehr für weniger Rendite. ## Warum der Sparplan funktioniert Der ETF-Sparplan nutzt zwei maüchtige Effekte: den Zinseszins und den Cost-Average-Effekt. Der Zinseszins bewirkt, dass Ihre Erträge selbst wieder Erträge erwirtschaften — bei einer historischen Durchschnittsrendite von etwa sieben Prozent jährlich (MSCI World seit 1970) verdoppelt sich Ihr Kapital ungefähr alle zehn Jahre. 300 Euro monatlich bei sieben Prozent Rendite ergeben nach 30 Jahren über 350.000 Euro — bei einer Einzahlung von nur 108.000 Euro. Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) entsteht automatisch durch die regelmäßigen Kaufe: Bei hohen Kursen kaufen Sie weniger Anteile, bei niedrigen Kursen mehr Anteile für denselben Betrag. Über die Zeit ergibt sich ein günstiger Durchschnittskaufpreis, der unter dem arithmetischen Mittel der Kurse liegt. Sie müssen sich nicht um den richtigen Einstiegszeitpunkt sorgen — das regelmäßige Investieren übernimmt diese Aufgabe für Sie. ## Wie Sie einen Sparplan einrichten Sie benötigen ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die günstigsten Konditionen bieten Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Smartbroker — dort sind ETF-Sparpläne oft komplett kostenlos (keine Ordergebühren, keine Depotführungskosten). Bei klassischen Direktbanken wie ING, DKB oder Comdirect kosten Sparplan-Ausführungen typischerweise 1,50 Euro pro Ausführung. Die Depoteröffnung erfolgt online in etwa 15 Minuten: Persönliche Daten eingeben, Identität per Video-Ident oder Post-Ident bestätigen, Referenzkonto hinterlegen. Anschließend richten Sie den Sparplan ein: ETF auswählen, monatlichen Betrag festlegen, Ausführungstag bestimmen und Lastschrift einrichten. Ab dem nächsten Ausführungstag läuft alles automatisch — Sie müssen nichts weiter tun. ## Welchen ETF Sie wählen sollten Für den langfristigen Vermögenfsaufbau genügt in den meisten Fällen ein einziger breit gestreuter Welt-ETF. Die beiden populärsten Optionen sind ETFs auf den MSCI World (deckt die entwickelten Märkte ab — USA, Europa, Japan, Australien) und ETFs auf den FTSE All-World oder MSCI ACWI (deckt zusätzlich Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien ab). Konkrete Produkte mit hohem Volumen und niedriger Gebühr sind etwa der iShares Core MSCI World (TER 0,20 Prozent) oder der Vanguard FTSE All-World (TER 0,22 Prozent). Wählen Sie einen thesaurierenden ETF (Erträge werden automatisch reinvestiert) statt eines ausschüttenden (Erträge werden auf Ihr Konto ausgezahlt), wenn Sie langfristigen Vermögenfsaufbau betreiben. Die Thesaurierung maximiert den Zinseszinseffekt, weil die Dividenden sofort wieder für Sie arbeiten, ohne dass Sie manüll reinvestieren müssen. ## Psychologie und häufige Fehler Der größte Feind des erfolgreichen ETF-Sparers ist die eigene Psychologie. Bei Börsencrashs (und die kommen alle paar Jahre) verliert Ihr Depot temporär 20, 30 oder sogar 40 Prozent an Wert. Wer dann aus Panik verkauft, macht den Verlust daürhaft und verpasst die anschließende Erholung. Historisch hat sich der Aktienmarkt nach jedem Crash erholt und neue Höchststände erreicht — aber nur für diejenigen, die investiert geblieben sind. Betrachten Sie Ihren ETF-Sparplan wie einen langfristigen Vertrag mit sich selbst: mindestens 15, besser 20 oder 30 Jahre laufenlassen, unabhängig von Kursschwankungen. Schaün Sie nicht täglich ins Depot (das erzeugt nur unnötigen Stress), erhöhen Sie den Sparbetrag wenn möglich jährlich (zum Beispiel bei Gehalserhöhungen), und ändern Sie die Strategie nicht bei jedem Börsengewitter. Der langweiligste Anleger ist langfristig der erfolgreichste.

Themen: ETF, Sparplan, Vermögensaufbau, Investieren, Depot